DIE GRETCHENFRAGE - Textil oder Leder? PDF Drucken

Eigentlich ist die Frage schnell beantwortet, zumindest was die Sicherheit anbelangt, denn im Rennzirkus ist die klassische Kuhhaut (oder -bessernoch- Känguruleder) noch immer zwingend vorgeschrieben. Zurecht wie wir meinen. Dennoch entscheiden sich immer mehr Motorradfahrer für die synthetische „zweite Haut“,bei uns wie anderorten.

Gretchenfrage - Textil oder Leder?

Die vermeintlichen Vorteile von Textil liegen auf der Hand, wohl allen voran die Wasserdichtigkeit und der vermeintlich bessere Tragekomfort.Besser insofern, da Textilanzüge im Regelfall etwas zu gross gekauft werden, im Falle eines Sturzes ist das jedoch völlig kontraproduktiv. Es gibt auch wohl kaum etwas nervigeres, als flatternde Jacken, die sich bei höheren Geschwindigkeiten aufblasen und einen fast vom Bock reissen. Und das dritte Übel: ab 25 Grad aufwärts ist keine Membran mehr in der Lage, ihren Dienst vernünftig zu verrichten. Sagt Gore, der legendäre und wohl namhafteste Hersteller von Membranen überhaupt. Und die Jungs wollen ihre Produkte verkaufen, aber wenigstens bleiben sie ehrlich. Ferner ergibt Membranbekleidung immer nur dann Sinn, wenn auch die Unterwäsche stimmt, auch hier wird leider oft am falschen Ende gespart. Was nützt die teuerste Textiljacke, wenn ihre Atmungsaktivität durch falsche Unterbekleidung in ihrer Funktion stark eingeschränkt wird?

Ein Quadratzentimeter Gore-Membran hat ungefähr 1,4 Millionen Poren, ein Wassertropfen ist ca.
20.000 x grösser als die Pore einer Membrane. Mit dieser Kenntnis kann sich wohl jedermann anschaulicher vorstellen, wie sowas nun wirklich funktioniert oder auch nicht. Jeder, der das Thema Schutzbekleidung halbwegs ernst nimmt, sollte sich aus geeigneten Quellen umfassend informieren. Und seinen gesunden Menschenverstand nicht ausser acht lassen, es gibt zuviele selbsternannte Experten, zuviel Gefälligkeitsjournalismus, zuviel unzureichenden Billigramsch auf dem Markt. Selbst auf die renommiertesten Hersteller ist nur noch bedingt Verlass, wenn es ums Geldverdienen geht, ist sich meist jeder selbst der nächste.

Protektoren müssen perfekt sitzen, sie dürfen weder nerven noch verrutschen. Und recycelte Badematten - wir nennen Möchtegern-Rückenprotektoren bewusst gerne so - haben an der wichtigsten Stelle des Körpers nichts verloren, ein manierlicher Rückenschutz ist das wohl grundlegendste. Denn der menschliche Rücken ist kaum „reparabel“, von anderen heiklen Zonen einmal ganz abgesehen (uns ist schonklar, welche Stelle des eigenen Körpers vielen noch wichtiger erscheinen mag:-)

Letzten Endes ist es wohl wie bei fast allem: wenn man eine ordentliche Lösung anstrebt, dann gibt es wenig Freiraum für faule Kompromisse. Und wer billig kauft, kauft meistens zweimal. Buy the Seller........

Patrick Puttich
Moto Bike Saarbrücken
www.moto-bike.de

 

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