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Linkin Park - A Thousand Suns
Endlich ist es da, das lang erwartete neue LP-Album, mit dem die fünf Jungs aus den USA das zehnjährige Jubiläum ihres weltweiten Erfolgs feiern. Hat man zu Zeiten von Hybrid Theory eher auf etwas rohere Methoden zurückgegriffen, war von da an bei jedem Album eine musikalische Weiterentwicklung festzustellen. Da bildet A Thousand Suns keine Ausnahme. Ob diese Weiterentwicklung nun positiv oder negativ ist, sei dahingestellt. Fakt ist, dass das neue Album anders klingt und vielleicht auch anders als erwartet. Der Band ist anzumerken, dass sie sich nicht mehr auf ihre Wurzeln zu berufen oder sich selbst zu kopieren braucht. Die alten Recordings sind aufgenommen und damit ist dieser Fall für das Quintett erledigt. Es gilt, zu neuen Ufern aufzubrechen. Dass das neue Album ein Konzeptalbum ist, ist ein eindeutiges Signal. Bei Songs wie The Catalyst oder Wretches and Kings hat man mit Altbewährtem experimentiert, ein Großteil des Albums ist hingegen recht soft - ganzheitlich sicherlich gut zuhören, aber für den Moshpit womöglich wenig geeignet. Fest steht: Linkin Park können sich erlauben, genau das zu tun, worauf sie Lust haben und sich nicht aus kommerziellen Gründen nach dem meist gewünschten Mainstream richten müssen. Dass das nicht jedem gefällt, ist quasi selbstverständlich. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, der neuen LP eine Chance zu geben.

Stone Sour – Audio Secrecy
Slipknot machen Pause und was heißt das für den Metalfan? Richtig, er muss sich dennoch nicht in Verzicht üben,denn endlich haben Stone Sour wieder Zeit, um die Gitarren sägen zu lassen. Der charismatische Frontmann Corey Taylor und sein Gitarrist James Root machen sich auch ohne Maske ganz gut und hauen mit ihren Kollegen ordentlich drauf. Von flott und intensiv bis melancholisch und ebenfalls intensiv vereint Audio Secrecy alles, was man an Stone Sour so schätzt. Die Band hat sich nicht neu erfunden, aber die Rohheit ein wenig zurückgeschraubt, was im ersten Moment schockierender scheint, aber dafür umso besser klingt. An Vielseitigkeit hat es der Band noch nie gemangelt und das tut es auch jetzt nicht. Allenfalls die hohe Frequenz an relativ ruhigen Liedern, wie Hesitate oder Miracles mag den ein oder anderen Fan verschrecken. Aber auch wenn die Besetzung zum Teil die gleiche ist, war Stone Sour nie ein Slipknot-Sideproject, sondern immer eine eigenständige Band mit großen Ambitionen und sollte deshalb mit den Maskenträgern auch nicht verglichen werden. Dennoch zeigen die fünf Musiker bei Songs wie The Bitter End und Mission Statement, dass sie die härtere Gangart genau so gut beherrschen, wenn auch auf ihre eigene und nebenbei sehr gute Weise. Audio Secrecy hat von vorne bis hinten Ohrwurm-Charakter und ist so eingängig wie ausgefeilt und das bis ins allerletzte Detail.

Disturbed – Asylum
Disturbed haben ihren eigenen Sound, der sie zu dem macht, was sie sind und das gilt nicht nur für die stimmliche Leistung von Frontmann David Draiman. Schon bei den ersten Klängen des Albums fühlt man sich heimisch und das geht auch bei den folgenden 12 Songs genau so weiter, ohne dass man das Gefühl hat, das alles schon einmal gehört zu haben. Asylum ist ein Album im typischen Disturbed-Stil. Ein Brett der Extraklasse folgt dem vorangegangenen. Doublebass-Durchmärsche und bis zum Anschlag verzerrte Gitarren halten das, was sie auf vorherigen Alben versprochen haben. Disturbed bleiben sich treu und so werden auch eigentlich melodiöse Lieder wie Crucified zu echten Kopfschüttel-Hymnen,was der eigentlichen Tiefgründigkeit dennoch keinen Abbruch tut. Disturbed wissen, was sie tun und geben 100 Prozent. Als Schmankerl gibt‘s mit I still haven‘t found what I‘m looking for auch noch einen U2-Hit, der beweist, dass Klassiker noch besser klingen, wenn man sie mit Disturbed anhaucht. Wir warten auf den Gold-Status! |