Seit dem Jahre 2010 gibt es sie - die wohl interessanteste Nachwuchsklasse zur Moto GP seit Beginn des Grand-Prix-Zirkus.
Sie ersetzt die Kategorie 250 ccm mit einem völlig neuen Konzept. Hier steht als Schlagwort „Kostenoptimierung", was wohl jedem Fahrer zugute kommt, der nicht gleich wie Vale Rossi sieben verschiedene Angebote von Renn- teams bekommt, sondern einen grossen Teil noch aus eigener Tasche zahlen muss. Dieses Konzept schlug wohl ein wie eine Bombe, denn vor der Saison 2010 bewarben sich nicht weniger als 47 Teams mit 92 Fahrern, von denen 27 Teams und 41 Fahrer ausgewählt wurden. Witzigerweise waren unter den gesamten Bewerbern lediglich 2 Teams mit dem alten 250 ccm- Zweitakt-Konzept, alle anderen planten bereits mit dem neuen 600er-Viertakt-Konzept, welches ich jetzt im Groben anschneiden möchte:
Es werden ausschließlich Prototypen eingesetzt, in ihnen werden Viertakt-Honda-Motoren mit 600ccm (Honda CBR 600) verbaut, die über konventionelle Ein- und Auslassventile verfügen müssen. Auch sind lediglich sechs Getriebeübersetzungen gestattet und es muss ein sogenanntes ECU, ein elektronisches Motorsteuerungssystem verbaut werden, welches von den Moto2-Veranstaltern gestellt wird. Carbonbremsen sind hier auch nicht erlaubt; es ist sogar verboten, Serienteile wie Tank, Rahmen, Schwinge, Sitz und Verkleidung der 600er Serienmotorräder zu verbauen, was natürlich den Konstrukteuren maßgeblich entgegen kommt.
Dies dürfte wohl auch erklären, warum sich nicht weniger als 15 Hersteller in den Kampf warfen und wie die Bekloppten Rahmen, Fahrwerke und Geometrieen schmiedeten. Nun aber zum leider nicht nur erfreulichen ersten Jahr dieser Klasse.
Shoya Tomizawa sollte der Held sein, der nicht nur den allerersten Lauf dieser neuen Klasse gewann, sondern leider auch für die Nachrichten, sorgte die man als Motorradsportbegeisterter niemals lesen möchte. In San Marino, der dreizehnten Etappe der Moto GP, stürzte der 19-jährige Japaner, wurde von 2 folgenden Motorrädern überfahren und verstarb wenig später im Krankenhaus.
Bekundungen seitens der Kritiker wurden laut, die Rennserie sei mit 41 Startern überbesetzt und somit zu gefährlich, was jedoch bei genauerem Nachdenken getrost beiseite gelegt werden kann. Wenn man nämlich bedenkt, dass prinzipiell alle Rennfahrer bestenfalls wenige Zentimeter hinter dem Hinterrad des Vordermanns her fahren, um in Schlagdistanz für das nächste Überholmanöver zu sein, spielt es keine Rolle, ob es 41 oder nur 13 Starter sind – bei einem plötzlichen Sturz des Vordermannes und dem Speed – der bei dem Manöver anlag hätte keiner mehr ausweichen können.
Weltmeister in der Moto2 wurde dann letztendlich Toni Elias mit sieben Siegen. Für 2011 wurde dann noch einmal das Reglement etwas angepasst, wobei die erwähnenswerteste Änderung wohl folgende ist: Nun dürfen alle Motoren, die der 600er-Markt zu bieten hat, verbaut werden, also keine Einheitsmotoren mehr.
Selbst Supermoto Asphalt-Surfer Bernd Hiemer wird 2011 in dieser Klasse ans Gas gehen – das wird garantiert ein Fest, Supermoto-Style mit Strassenmoppeds anschauen zu können! Termine der Moto GP und Moto2 findet ihr auf unserer Homepage, alles wird nach wie vor im DSF übertragen, los geht's am 20. März in Katar/Losail.
Anschauen lohnt auf jeden Fall! Viel Spaß!!!
www.motogp.com/de/Moto2
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